Thule EuroWay G2 922

Testbericht Fahrradträger Thule EuroWay G2 922

Bei den Praxistests zu den Fahrradträgern der Kompaktklasse für die Anhängekupplung darf natürlich nicht der Kompaktfahrradträger vom vermeintlichen Branchenprimus Thule fehlen. Im Bereich der Kompakten schickt das skandinavische Unternehmen den Thule EuroWay G2 922 ins Rennen gegen die zahlreiche Konkurrenz.

Preislich liegt er wie für Thule üblich über dem durchschnittlichen Niveau. Dafür steht auch kaum ein anderes Unternehmen so sehr für die konsequente Umsetzung von Sicherheit wie Thule. Das rechtfertigt natürlich den Preis, dennoch will man natürlich wissen, was man für sein Geld bekommt.

Fahrradträger Thule EuroWay G2 922 für Anhängerkupplung
Thule EuroWay G2 922

Beim Kauf darauf achten, dass es das neueste Modell der Baureihe ist

Natürlich hatten wir uns schon vorab über den Thule EuroWay G2 922 von Thule informiert - sowohl über das Internet als auch über Thule selbst. Dabei sind wir auf interessante Umstände gestoßen, auf die wir auf alle Fälle hinweisen wollen. Wie auch andere Hersteller verbessert Thule seine Produkte regelmäßig. So auch den EuroWay G2 922 Träger. 

Wir weisen darauf hin, weil zahlreiche Produkt-Reviews zu diesem Radträger zu finden sind, in denen noch von einem höheren Gewicht geschrieben wird. Besonders hervorzuheben sind Kritiken um den Abklappmechanismus, denn damit hatte Thule anfangs bei diesem Fahrradträgersystem Schwierigkeiten, die zwischenzeitlich aber verbessert wurden. Bei dem von uns getestetem Thule Träger handelt es sich um das EuroWay G2 922 2013/2014 Modell.

Schon die grundsätzlichen Daten des Thule EuroWay G2 überzeugen

Schon die Daten, die wir bereits vor der Bestellung kannten, hatten uns von dem Thule Fahrradträger der Kompaktklasse überzeugen können. Die maximal benötigte zulässige Stützlast für die Anhängerkupplung liegt bei 70 kg. Es können Fahrräder mit Rahmen von 22 bis 80 mm transportiert werden. Nachdem wir auch ein Downhill-Bike verladen wollen, haben wir uns zusätzlich für den Rahmenadapter entschieden, der auch für andere Fahrräder mit abweichendem Rahmen verwendet werden kann - so wie beispielsweise bei Damenrädern. Der Schienenabstand bereitet uns ein wenig Sorgen, da er auf 18 cm begrenzt ist. Wichtig ist der Umstand, dass das Zuladungsgewicht auf 51 kg begrenzt ist.

Zwar ist der Träger für bis zu drei Fahrräder mit einem Einzelgewicht von 24 kg ausgewiesen, doch muss unbedingt berücksichtigt werden, dass das zulässige maximale Beladungsgewicht nicht überschritten wird. Damit kann man leben, schließlich handelt es sich ja um einen kompakten Träger. Allerdings sollte man sehr genau wissen, was man transportieren will. Der Fahrradträger ist von Thule ausdrücklich auch für E-Bikes geeignet. Jedoch darf das Pedelic oder E-Bike dann nicht mehr als 24 kg wiegen. Zudem können maximal zwei E-Fahrräder transportiert werden. Das Gewicht des Fahrradträgers selbst konnte Thule übrigens auf 16,1 kg reduzieren. Die Kunststoff-Aluminium-Konstruktion liegt damit im unteren Mittelfeld der Kompaktklassengewichte.

Thule EuroWay G2 922
Modernes Design mit kompakten Abmessungen

Das Unboxing vom Thule EuroWay G2 922

Der Radträger wurde außerordentlich schnell nach unserer Bestellung geliefert. Schon das Gewicht und die Abmessungen der Verpackung überzeugen uns. Beim Öffnen des Kartons ist der Träger leicht aus der Verpackung zu heben. Die Abmessungen im zusammengeklappten Zustand sprechen ebenfalls für sich: 105 mm mal 35 mm mal 73,5 mm (B x H x T).

Ausgeklappt erhöht sich der Träger dann auf 75,5 mm, was sich dann auch in engen Cabrio-Kofferräumen auszahlt. Das moderne und dennoch zeitlose Design des Fahrradträgers überzeugt uns sofort. Die Schwarz-Silber-Farbkombination ist zudem neutral zu jeder Fahrzeuglackierung. Uns fällt auf, dass Thule auch bei diesem Träger die Kunststoffratschen zum Sichern verwendet. Ob die jedoch das Aushalten, was sie sollen, wird sich noch zeigen.

Die Montage des Thule EuroWay G2 922 Fahrradträgers für die Anhängerkupplung

Wie immer heißt es erst einmal, die Anhängerkupplung von Fett zu reinigen. Anschließend setzen wir den Träger auf den Kugelkopf der Anhängerkupplung auf. Auch hier hat ein wesentlich komfortablerer Einhand-Schnellverschluss den umständlichen Hebeln Platz gemacht, die noch vor Kurzem an jedem Fahrradträger zu finden waren. Jedoch kommt es beim Verschließen zu einem kleinen Problem. Der Träger muss wirklich exakt auf der Anhängerkupplung sitzen.

Andernfalls ist das sichere Schließen ausgesprochen schwergängig. Stimmt die Position jedoch, ist der Fahrradträger im Handumdrehen gesichert. Die Träger zum Fixieren des Fahrradrahmens sind wie bei Thule üblich nicht nur mit einer schützenden Gummierung versehen, damit der jeweilige Fahrradrahmen nicht beschädigt werden kann. Ergänzend können die unterschiedlich langen Fixierungen auch abgeklappt werden, um so nicht im Weg umzugehen.

Das Beladen des Fahrradträgersystems

Nun sollen die Fahrräder aufgeladen werden. Es handelt sich zunächst um zwei normale Räder und ein Kinderfahrrad, denn der Träger soll für alle Größen geeignet sein. Tatsächlich funktioniert das selbst mit dem Kinderfahrrad ausgesprochen gut. Nun wollen wir aber auch noch zwei Downhillers testen - und siehe da: es gibt kleine Probleme. Eines der Räder ist einfach zu lang und es passt nicht in die Führungsschienen. Nachfragen bei Thule sollten dieses Problem später bestätigen. Ansonsten ginge das Beladen mit einem Fahrrad und einem E-Bike bzw. Pedelic ebenfalls.

Selbst unsere Zweifel an den Kunststoffratschen konnten ausgeräumt werden. Uns fällt ein, dass Thule eine Rampe zum leichteren Laden anbietet. Die finden wir nicht so wichtig. Stattdessen kommt uns in den Sinn, dass es generell - also nicht nur speziell beim Thule EuroWay G2 922 - gut wäre, wenn die Rücklichter mit einer Gitterabdeckung geschützt wären. Zwar sind die Leuchten bei diesem Thule Fahrradträger etwas versenkt, dennoch ist es durchaus denkbar, dass man beim Aufladen schnell mit einem Pedal eine der Rückleuchten treffen könnte.

Der Umgang mit dem montierten und beladenen Fahrradträger

Nun kommt es zu unserem ganz persönlichen Fahrradträger-Elchtest. Es geht um das Absenken der des Trägers und dem Öffnen der Heckklappe. Denn wir hatten gelesen, dass es bei Fahrzeugen wie dem Caddy oder Lieferwagen und Minibussen mit einer großen Heckklappe zu Problemen kommen könnte. Jedoch bezogen sich diese Aussagen auf ältere Modelle der Baureihe, liefern also keinen Aussagewert mehr. Bei einem Caddy lässt sich die Heckklappe nun unproblematisch öffnen. Ebenso bei einem weiteren Lieferwagen mit Doppeltüren.

Mit einer nach ober aufschwingenden Heckklappe gab es jedoch Probleme - und das um nur wenige Zentimeter. Der Lenker war unlösbar im Weg. Also Räder nochmals abladen, das Kinderfahrrad nach innen und noch einmal probieren. Tatsächlich - jetzt klappt es.

Zu der Kombination E-Bike/Pedelic und herkömmliches Fahrrad fällt uns jedoch nichts ein, da wir wegen des Platzbedarfs die jeweils außen liegende Schiene beladen. Die Downhill-Bikes können jedoch auf die beiden außen liegenden Schienen montiert werden. Der Offroad-Adapter wäre eine Lösung, da so der Träger weiter weg ist von der Klappe.

Öffnen der Heckklappe bei abgesenktem Fahrradräger
Öffnen der Heckklappe bei abgesenktem Fahrradräger

Fahren mit dem Thule EuroWay G2 922

Jetzt soll der Thule Fahrradträger selbstverständlich auch im Fahrbetrieb getestet werden. Also schließen wir zunächst die Beleuchtung an. Glücklicherweise handelt es sich um herkömmliche und keine LED-Leuchtmittel. Die neigen - unabhängig vom Hersteller des Fahrradträgers - zu Problemen bei der Erkennung durch die Fahrzeug-Bordelektrik. Jedoch wird der modernere 13-polige Stecker verwendet. Bei E-Sätzen für die Anhängerkupplung mit 7-poligem Stecker muss also ein entsprechender Adapter vorhanden sein, der übrigens auch über Thule geordert werden kann.

Außerdem steht auch noch eine dritte Bremsleuchte optional zur Verfügung. Der Lichttest war einwandfrei und nun fahren wir los. Wie alle Kupplungsfahrradträger neigt auch der Thule EuroWay G2 922 zum leichten Hin- und Herwackeln auf der Anhängerkupplung. Das ist jedoch völlig normal, kann aber, wie wir immer wieder erwähnen, den nachfahrenden Verkehrsteilnehmer irritieren. Selbst in spontanen Ausweichmanövern und bei abrupten Brems- und Beschleunigungsmanövern sitzt der Träger einwandfrei.

Fazit zum Fahrradträger Thule EuroWay G2 922

Unser Fazit - in der Kompaktklasse erfüllt der Thule EuroWay G2 922 die Anforderungen vorbildhaft. Das überrascht weiters nicht, außerdem erfüllt der Träger auch die City-Crash-Normen. Der Diebstahlschutz ist ebenfalls ausreichend. Das äußere Fahrrad kann mit dem Fahrradträger und der Träger mit der Anhängerkupplung abgeschlossen werden. Ein sinnvolles Schloss für Felgen gibt es optional. Schließlich sind so manche Räder von teuren Bikes ausgesprochen kostspielig. Als Fazit können wir feststellen, dass der Thule EuroWay G2 922 unseren Anforderungen absolut gerecht wird. Sicher gäbe es den einen oder anderen Kritikpunkt. Die würden sich jedoch allesamt auf Eigenschaften beziehen, die bei einem Kompaktfahrradträger nicht realisierbar sind.

Legt man den Anspruch aber eben auf die kompakte Klasse, ist der Thule Fahrradträger mit Abstand einer der besten. Bei besonderen Anforderungen mit unterschiedlichen Sportbikes, Pedelics oder E-Bikes ist natürlich eventuell ein mehr spezialisierter Fahrradträger vorzuziehen. Der einzige Punkt, der ärgerlich ist: dass nicht alle Heckklappen mühelos zu öffnen sind. Das bequeme Absenken über das Fußpedal müsste nur ein bisschen weiter reichen. Außerdem ist es schade, dass es keinen Adapter für ein viertes Rad gibt, denn für eine vierköpfige Familie fällt dieses sichere und formschöne Fahrradträgersystem somit flach. Außerdem hätte die optionale Kennzeichenhalterung bei dem angesagten Preis durchaus beim Grundträger dabei sein können.